PlayStation 5 Pro im Dauertest: War der Kauf wirklich das Geld wert?
Als Sony Ende 2024 die PlayStation 5 Pro ankündigte, war ich grundsätzlich dagegen. Über 700 Euro für ein Mid-Gen-Upgrade – kein Disc-Laufwerk dabei, kein Standfuß. Ich hatte die normale PS5, hatte mir eine 2-TB-SSD eingebaut, alles lief super. Und dann kamen Freunde und schwärmten nach einer Runde Battlefield 1: „Die Pro ist so viel besser, kauf sie dir!“
Mein erster Gedanke war klar: Für diesen Preis gibt es Wichtigeres im Leben. Ich habe viele Testberichte gelesen, YouTube-Videos geschaut – und kam immer wieder zum selben Ergebnis: Nice-to-have, kein Must-have. Dann kam Weihnachten, ein Cashback-Angebot tauchte auf, die PS5 Pro war plötzlich rund 100 Euro günstiger – und irgendwo zwischen Vernunft und Gadget-Begeisterung habe ich zugeschlagen. Dazu noch ein externes Laufwerk, weil ich die meisten meiner Spiele auf Disc habe.
Und jetzt, nach Wochen im Alltag, möchte ich meine ehrlichen Erfahrungen teilen – von echten Highlights bis zu den Punkten, bei denen Sony ordentlich hinlangt.
Ein spürbares Upgrade – aber kein Generationssprung
Die PlayStation 5 Pro ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber der Standard-PS5. Die GPU wurde erheblich aufgerüstet und bringt laut Sony rund 45 % mehr Rendering-Leistung. Dazu kommt 28 % schnellerer Speicher und Sonys eigenes KI-Upscaling namens PSSR (PlayStation Spectral Super Resolution) – vergleichbar mit Nvidias DLSS. Das Ergebnis: flüssigere Framerates, schärferes Bild, besseres Ray Tracing.
Dazu kommen 2 TB interner SSD-Speicher ab Werk, schnelleres WLAN und volle Abwärtskompatibilität zu allen PS5-Spielen. Das Gehäuse ist kompakter als die originale PS5 – und lässt sich übrigens viel leichter öffnen, was beim SSD-Einbau sehr angenehm auffällt.
Das überraschende Killer-Feature: Ladezeiten und System-Responsiveness
Was mich am meisten überrascht hat, ist nicht die Grafik – es ist die Geschwindigkeit. Alles wirkt schneller: Menüwechsel, Ladezeiten, der Sprung ins Spiel. Bei Battlefield 5 zum Beispiel sind die Ladezeiten wirklich deutlich kürzer. Das klingt nach einer Kleinigkeit, macht im Alltag aber einen riesigen Unterschied – gerade wenn die Zeit zum Zocken ohnehin knapp ist.
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht ganz, warum die Pro so viel flotter wirkt – der SSD-Chip selbst sollte sich nicht drastisch verändert haben. Aber es ist so. Überall, wo man sich bei der alten PS5 dachte „ugh, schon wieder warten“ – das geht jetzt einfach zack. Allein dieser Aspekt macht für mich das Upgrade wert, wenn man die alte PS5 ordentlich verkaufen kann. Denn wer zocken will, will zocken – nicht warten.
Grafik: Besser – aber braucht man das wirklich?
Der ewige Kritikpunkt in allen YouTube-Reviews: Braucht man das? Sieht man den Unterschied? Lohnt es sich? Die ehrliche Antwort: Ja, der Unterschied ist sichtbar – aber er ist kein Paradigmenwechsel. Das Bild ist schärfer, die Framerate gleichmäßiger, Details wirken knackiger. Besonders bei Spielen mit PS5-Pro-Enhancement-Patch – wie Battlefield oder Gran Turismo 7 – ist das spürbar.
Ich habe seit Mitte letzten Jahres einen 85-Zoll-Samsung-Neo-QLED mit 144 Hz – an so einem TV macht sich ein Grafikupgrade natürlich deutlich bemerkbarer als an einem älteren 55-Zöller. Und ja: Auf diesem Setup sieht alles einfach besser aus.
Ich hatte in den ersten Runden Battlefield auf der Pro das Gefühl, tatsächlich besser zu spielen – ob das wirklich an den mehr Bildern pro Sekunde lag oder einfach am guten Gewissen, schwer zu sagen. Aber das Spielgefühl war auf jeden Fall hochwertiger.
Trotzdem gilt: Wer die normale PS5 hat und keinen richtig guten TV, wird den Unterschied kaum bemerken. Es ist und bleibt ein Nice-to-have – kein Must-have. Das sollte man sich vor dem Kauf ehrlich eingestehen.
Der Umzug von PS5 auf PS5 Pro: Einfacher als gedacht
Meine größte Sorge vor dem Kauf war der Datentransfer – besonders wegen meiner nachgerüsteten 2-TB-SSD. Ich hatte gelesen, dass Spiele neu installiert werden müssen, dass externe SSDs nicht übertragen werden und so weiter. Die gute Nachricht: Der Umzug lief problemlos und war überraschend schnell.
Der Prozess funktioniert so: Beide Konsolen ins selbe Netzwerk einbinden, dann auf der PS5 Pro unter Einstellungen → System → Systemsoftware → Datenübertragung → Fortfahren navigieren. Die Pro erkennt die alte Konsole automatisch im Netzwerk, man wählt aus, welche Daten übertragen werden sollen – Spiele, Spielstände, Einstellungen – und dann läuft das alles automatisch durch. Mit LAN-Kabel hat das bei mir vielleicht 20 Minuten gedauert, sehr flott.
Wichtig zu wissen: Daten auf externen SSDs oder dem zweiten M.2-Slot werden dabei nicht automatisch mitübertragen. Ich hatte deshalb kurz Sorge, dass die ganze Sache schiefgeht. Meine Lösung war simpel: SSD aus der alten PS5 ausgebaut, in die neue Pro eingebaut – und alle Spiele waren sofort da. Null Neuinstallationen, null Drama.
Das Gehäuse der Pro lässt sich übrigens auch noch leichter öffnen als das der alten PS5, was den SSD-Umzug nochmal angenehmer macht. Für Einrichtung und Umzug vergebe ich volle Sterne – das hat Sony wirklich gut gelöst.
Gran Turismo 7, PSVR2 und mein Racing-Setup
Ich besitze die PlayStation VR2 und einen kleinen Racing-Simulator-Aufbau: Force-Feedback-Lenkrad, Racing Seat und einen Buttkicker-Transducer für Vibrationsfeedback. Gran Turismo 7 in VR war mit der alten PS5 schon eines der beeindruckendsten Gaming-Erlebnisse, die ich je hatte – Regenschlachten auf dem Nürburgring, ein Porsche von innen im virtuellen Cockpit, das ist einfach magisch.
Ich habe es bisher leider noch nicht geschafft, die Kombination PS5 Pro + PSVR2 + Gran Turismo 7 richtig auszuprobieren – das steht noch auf meiner Liste. Was mich besonders reizt: die Abu-Dhabi-Strecke, die im Dezember per Update zu Gran Turismo 7 kam. Ich habe diese Strecke tatsächlich einmal in einem echten Formel-3-Rennauto gefahren – das ist eine ganz besondere persönliche Geschichte, und ich bin gespannt, wie sie in VR auf der Pro wirkt. Sobald ich das getestet habe, folgt ein Update zu diesem Beitrag.
Motorfest + Govee Backlight = nächstes Level
Neben Gran Turismo 7 habe ich auch Motorfest intensiv auf der PS5 Pro gespielt – ein großartiges Rennspiel, das ich in Kombination mit meinem Govee Backlight-System noch mehr genieße. Das Backlight reagiert auf die Spielfarben und macht das gesamte Erlebnis noch immersiver. Details dazu findet ihr in einem separaten Beitrag. Die PS5 Pro bringt auch hier spürbar mehr – flüssigere Frames, schnellere Reaktionszeiten, schärfere Grafik in Kurven. Sehr empfehlenswert.
Der DualSense Edge: Luxusgut mit einem entscheidenden Vorteil
Zu Weihnachten habe ich zusätzlich den DualSense Edge Controller bekommen – das ca. 200 Euro teure Pro-Gamepad von Sony. Mein ehrliches Urteil: Ich liebe ihn. Und ich ärgere mich ein bisschen, dass ich ihn liebe, denn der Preis ist kaum zu rechtfertigen.
Das Killer-Feature sind die Trigger. Die adaptiven Trigger des Edge sind stärker, präziser, sie geben mehr Feedback. Beim Autorennen in Motorfest oder beim Schießen in Battlefield macht das einen spürbaren Unterschied – dieses haptische Feedback ist für mich sowieso das absolute Killer-Feature der gesamten PlayStation-Plattform.
Bei Gran Turismo merkt man beim Bremsen, beim Gas geben, beim Einlenken, wie die Trigger Widerstand aufbauen – das ist ein Erlebnis, das Xbox einfach nicht bieten kann. Ich würde mir deswegen ernsthaft Forza Horizon 6 für die PlayStation kaufen, nur um das in einem weiteren Rennspiel zu erleben.
Was nervt: Der Akku geht spürbar schneller leer als beim normalen DualSense – gerade bei längeren Sessions ein echtes Ärgernis. Das Gehäuse liegt durch die anders geformten Griffe nicht ganz so angenehm in der Hand wie der Standard-Controller – irgendwie etwas kleiner, die Hörner fühlen sich anders an, was auf Dauer leicht unangenehm wird. Und alle Anpassungsfunktionen – austauschbare Sticks, zusätzliche Rückseiten-Tasten – nutze ich gar nicht. Die zahle ich also mit, ohne sie zu brauchen.
Mein Fazit zum Edge: Bei 120–130 Euro wäre er ein klarer Kauf. Bei 200 Euro ist er ein schwieriger Kauf. Wer ihn aber einmal hat, greift nur noch zu ihm – allein wegen der Trigger.
PlayStation vs. Xbox: Warum Sony gerade klar vorne liegt
Ich bin kein Konsolen-Fanboy, ich schaue mir das nüchtern an. Aber gerade ist für mich PlayStation einfach die stärkere Plattform – und das aus einem konkreten Grund: die adaptiven Trigger. Xbox hat dieses Feature nicht, und ich merke bei jedem Spielstart, was mir dort fehlen würde.
Dazu kommt: Xbox strauchelt gerade, verscherzt sich die Gunst der Spieler. PlayStation hingegen hat PSVR2, Gran Turismo 7, Battlefield auf der Pro, adaptive Trigger, jetzt die Leistung der PS5 Pro – das ist für mich aktuell schlicht the place to be.
Ich arbeite viel am PC – und ich bin froh, wenn ich mal davon wegkomme. Auf der Couch, Controller in der Hand, adaptive Trigger, 85 Zoll, 144 Hz: Das ist mein Gaming-Glück. Und die PS5 Pro ist dafür aktuell die beste Konsole, die ich mir vorstellen kann.
Schwächen, die nicht übersehen werden können
So sehr ich die Pro mag – an Sonys Preispolitik muss man deutliche Kritik üben. Bei einem Grundpreis von 799,99 € sollte eigentlich alles dabei sein. Ist es aber nicht:
Im Vergleich: PS5 vs. PS5 Pro – Lohnt sich das Upgrade?
Die Frage, die sich alle stellen: Ist es sinnvoll, von der normalen PS5 auf die Pro zu wechseln? Die Antwort hängt von einigen Faktoren ab. Wer wenig zockt, keinen guten TV hat oder die alte PS5 nicht gut verkaufen kann, für den lohnt es sich eher nicht. Wer aber regelmäßig spielt, einen guten 4K-TV besitzt und die Möglichkeit hat, die alte Konsole zu einem vernünftigen Preis loszuschlagen – dem empfehle ich das Upgrade klar.
Mein Rat rückblickend: nicht so lange warten wie ich. Ich hätte die Pro früher kaufen sollen – schon allein wegen der gesparten Wartezeit bei Ladebildschirmen.
Featurevergleich
|
PS5 (2020) |
PS5 Pro (2024) |
|
|---|---|---|
|
GPU-Leistung |
Standard |
~45 % mehr Rendering-Leistung |
|
Interner Speicher |
825 GB SSD |
2 TB SSD (28 % schneller) |
|
Upscaling |
Keins |
PSSR (KI-basiert, wie DLSS) |
|
Ray Tracing |
Standard |
2–3× schneller (Advanced Ray Tracing) |
|
Disc-Laufwerk |
Integriert (Disc-Edition) |
Separat (ca. 120 €) |
|
Standfuß |
Dabei |
Separat (ca. 30 €) |
|
PSVR2-Kompatibilität |
Ja |
Ja (mit potenziell besserer Performance) |
|
Adaptive Trigger |
Ja (DualSense) |
Ja (DualSense) |
|
Preis (UVP) |
ab 449 € (Digital) / 549 € (Disc) |
799,99 € (ohne Laufwerk & Standfuß) |
Zusammenfassung der Unterschiede:
Die Wahl hängt davon ab, ob man bereit ist, für spürbar mehr Performance und ein flotteres System-Erlebnis deutlich tiefer in die Tasche zu greifen – oder ob man mit der bewährten Standard-PS5 vollkommen zufrieden ist.
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