PlayStation Portal: Der Controller mit Bildschirm, der mehr kann als gedacht
Wer mich kennt, weiß: Ich war lange Zeit keiner, den man als PlayStation-Sympathisanten bezeichnet hätte. Microsoft hatte eine Philosophie, die ich schlicht sympathischer fand — offener, spielerfreundlicher, weniger auf maximale Gewinnoptimierung ausgelegt. PlayStation hat dagegen über Jahre hinweg Entscheidungen getroffen, die mich als Gamer eher genervt haben.
Dann hat Xbox das Kunststück vollbracht, sich selbst zu demontieren. Einige unglückliche Entscheidungen später wurde die komplette Führungsriege ausgewechselt — und ich fand mich dabei, immer öfter zur PS5 Pro zu greifen. Den Edge Controller habe ich inzwischen ausführlich getestet. Und jetzt, quasi um das PlayStation-Universum abzurunden, landete die PlayStation Portal in meinen Händen. Besonders die angekündigten Preiserhöhungen haben dazu geführt, dass ich beim letzten Angebot zugegriffen habe.
„Nicht PSP, nicht Vita — aber auch nicht bloß ein schicker Streaming-Stick. Die Portal ist ein Gerät, das erst mit Cloud Gaming sein volles Potenzial entfaltet.“
Technische Daten auf einen Blick
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Display |
Chip |
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8 Zoll LCD, 1080p, 60 fps |
Snapdragon 662 (Streaming-SoC) |
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Controller |
Verbindung |
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DualSense (Haptik + Adaptive Trigger) |
Wi-Fi 5 (2,4 & 5 GHz) |
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Kein Bluetooth |
Preis |
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Nur PS Link / Klinke |
179 € UVP (DE) |
PSP, Vita, Portal — gehört das zusammen?
Ich hatte beide: PSP und PS Vita. Beide waren eigenständige Konsolen mit eigenen Spielen, eigenem Chip, eigener Identität. Die PSP war ihrer Zeit voraus, die Vita war hardwareseitig wunderbar und hatte ein hervorragendes OLED-Display — vor zwölf Jahren, wohlgemerkt.
Sonys Handheld-Geschichte
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2004 |
PlayStation Portable (PSP) — eigenständige Konsole, UMD-Laufwerk, riesiger Erfolg |
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2011 |
PlayStation Vita — brillantes OLED-Display, leistungsstarker Chip, starb am mangelnden Software-Support |
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2023 |
PlayStation Portal — kein eigenständiges Gerät, reines Streaming/Cloud-Terminal für die PS5 |
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2026 |
Portal OLED + „Project Canis“ — Gerüchte um OLED-Refresh und echte portable PS6-Hardware |
Kann man die Portal also in diese Reihe einordnen? Nicht wirklich — und das ist ausdrücklich keine Kritik. Die Portal ist konzeptionell etwas völlig anderes: kein eigenständiges Spielgerät, sondern ein Remote-Play-Terminal, das per WLAN mit der PS5 verbunden wird. Der echte Rechenaufwand passiert auf der Konsole zuhause — die Portal streamt nur Bild und Ton, schickt Eingaben zurück. Damit ist sie eher Verwandte eines Chromecast mit Controller als Nachfolgerin der Vita. Das klingt zunächst limitierend — entpuppt sich aber als Stärke.
Was steckt wirklich drin?
Die Portal ist im Kern ein in der Mitte aufgeteilter DualSense-Controller, zwischen dessen Hälften ein 8-Zoll-LCD-Display eingefügt wurde. Drin steckt ein Snapdragon 662 — kein Spiele-Chip, sondern ein Streaming-SoC, der fürs Dekodieren des Videostreams zuständig ist. Die PS5 zuhause erledigt die eigentliche Rechenarbeit.
Das Entscheidende dabei: Die komplette DualSense-Technologie ist erhalten geblieben. Haptisches Feedback und adaptive Trigger funktionieren — auch beim Remote Play. Das klingt wie eine Kleinigkeit, ist aber der entscheidende Unterschied zu jeder Smartphone-Klemm-Lösung. Wer schon mal versucht hat, auf einem iPhone mit einem Backbone-Controller zu zocken, weiß, wie unbefriedigend das auf Dauer ist.
Remote Play: Besser als erwartet
Die ursprüngliche Kernfunktion ist einfach erklärt: Die Portal streamt über das Heimnetzwerk von der PS5. Fernseher gerade belegt? Einfach mit der Portal weiterzocken. Das funktioniert in der Praxis erstaunlich gut — ich hatte kaum Latenzen, nur gelegentlich kurze Aussetzer, bei denen das Bild kurz zog oder der Controller-Input für eine Sekunde ausblieb.
Das muss ich allerdings einschränken: Mein WLAN-Signal ist nicht optimal. Es ist gut möglich, dass der ein oder andere Aussetzer eher am Router als an der Portal lag. Wer die PS5 per LAN ans Netzwerk hängt — was generell empfohlen wird — dürfte eine noch bessere Erfahrung machen.
Cloud Gaming: Der eigentliche Game Changer
Was die Portal wirklich aufwertet, kam erst später: Seit Ende 2025 ist Cloud Gaming offiziell verfügbar — für alle PlayStation Plus Premium-Abonnenten. Das bedeutet: Man muss nicht mehr zuhause sein, keine PS5 laufen lassen, keine Spiele installiert haben. Mit einer guten Internetverbindung einfach loszocken — egal wo. Voraussetzung ist das teuerste PS Plus-Abo, dann steht ein ausgewählter Cloud-Spielekatalog bereit.
Microsoft hat Cloud Gaming über den Game Pass auch für iPhone und iPad — aber dort braucht man immer noch eine Halterung und einen separaten Controller. Die Portal hingegen ist ein echtes dediziertes Gerät für genau diesen Zweck. Das fühlt sich einfach anders an.
Cloud Gaming in der Praxis
Einrichten war überraschend einfach: Beim ersten Start war meine PS5 gerade nicht griffbereit — ich war unterwegs. Trotzdem konnte ich die Portal mit meinem Sony-Account verknüpfen und nach einem kurzen Upgrade auf das Premium-Abo direkt über Cloud Gaming loszocken. Zero Drama.
Die Portal hat damit einen konkreten Vorteil, den Xbox nie hatte: Man hat Controller und Display in einem Gerät — keine Frickelei mit Halterungen, keine Kompromisse.
Die Grafik ist gut, Artefakte oder Qualitätseinbrüche habe ich kaum bemerkt. Was man spürt: Bei schnellen Spielen — Shootern, Rennspielen — ist die Latenz merklich. Für solche Genres würde ich Cloud Gaming aktuell noch nicht empfehlen. Rollenspiele, Abenteuer, Plattformer hingegen funktionieren absolut ordentlich. Ich werde das mit einer besseren Verbindung noch weiter testen.
Hardware und Ergonomie: Positiv überrascht
Was mich am meisten überrascht hat: das Gewicht. Die Portal ist ausgesprochen leicht — für ein Gerät mit 8-Zoll-Display hält man es erstaunlich lang ohne Ermüdung. Das Display ist groß, hell und farbtreu. Kein OLED, aber für diesen Preis absolut akzeptabel. Und die DualSense-Controller-Qualität ist naturgemäß auf PlayStation-Niveau: hochwertig, solide, mit dem typisch guten Griffgefühl.
Was fehlt: Bluetooth. Wer Kopfhörer nutzen will, braucht entweder Sonys proprietäres PS Link (Pulse Explore, Pulse Elite) oder Klinke. Das nervt ein bisschen. Für jemanden ohne Sony-Headset ist das ein echter Minuspunkt.
Stärken und Schwächen auf einen Blick
Das spricht dafür:
Das spricht dagegen:
Kaufen — oder auf die OLED warten?
Das ist die berechtigte Frage. Gerüchte um ein Portal OLED-Modell machen seit Anfang 2026 die Runde — gut dokumentiert von Leakern mit nachgewiesener Trefferquote. Erwartet wird ein Preis von 249–299 €, möglicherweise noch in 2026. Zusätzlich gibt es Hinweise auf ein eigenständiges PlayStation-Handheld-Gerät unter dem Codenamen „Project Canis“ — das aber eher Richtung PS6-Launch angesiedelt ist.
Für mich war die Entscheidung klar: Die angekündigten Preiserhöhungen von Sony haben mich beim letzten Angebot zum Zuschlagen bewegt. 179 € für dieses Gerät ist ein fairer Preis. Wer akut das Problem hat, dass Fernseher oder PS5 gerade nicht verfügbar sind — oder wer unterwegs spielen will — bekommt hier ein sehr solides Gerät.
Featurevergleich: PlayStation Portal vs. Alternativen
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PlayStation Portal |
Smartphone + Backbone |
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|---|---|---|
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Display |
8 Zoll LCD, 1080p, 60 fps |
Smartphone-Display (variiert) |
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Adaptive Trigger / Haptik |
Ja (voller DualSense) |
Nein |
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Cloud Gaming (PS Plus Premium) |
Ja (seit Nov. 2025) |
Ja (über Browser / App) |
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Bluetooth-Kopfhörer |
Nein (nur PS Link / Klinke) |
Ja |
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Eigenständig spielbar |
Nein |
Nein (benötigt Konsole / Cloud) |
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Preis |
239 € UVP |
ab ca. 119 € (Backbone One) |
Zusammenfassung:
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