iOS 26 hat mein iPhone 16 Pro Max zerstört – ein Wutbeitrag (und warum ich nicht der Einzige bin)
⚡ TL;DR – Das Wichtigste in Kürze
- Mein iPhone 16 Pro Max hatte unter iOS 18 eine traumhafte Akkulaufzeit von rund 1,5 Tagen – das beste iPhone, das ich je hatte.
- Seit dem Update auf iOS 26 komme ich nicht mal mehr durch einen Arbeitstag: 7:30 Uhr 100 % → 16:00 Uhr leer.
- Auch nach vier Punkt-Updates (bis iOS 26.4) ist das Problem nicht behoben – tausende Nutzer berichten dasselbe in offiziellen Apple-Foren, MacRumors und Reddit.
- Selbst Apples eigene Bordmittel (Adaptive Power, Ladelimit 95 %) ändern nichts – der Akku ist gefühlt nur noch halb so viel wert.
- Egal ob Absicht, Kalkül oder QA-Versagen: Apple muss das Problem kennen und schweigt es bisher tot.
- Heißester Tipp: Prüft, ob „Beim Zurücklassen benachrichtigen“ unter Wo ist? nach dem Update plötzlich aktiv ist – kann allein bis zu 18 % Akku pro Tag fressen.
Ich bin so einer, der sich auf iOS-Updates freut. Ehrlich. Neue Optik, neue Features, das Gefühl, dass das Handy in der Hosentasche frisch wird, ohne dass man bezahlt hat – ich liebe das. Genau deshalb fällt es mir gerade besonders schwer, das hier zu schreiben: iOS 26 hat das beste iPhone, das ich je hatte, kaputt gemacht. Und das Frustrierende ist: Wir reden hier nicht mehr über „Update gerade installiert, gibt sich in zwei Tagen“. Wir sind jetzt mehrere Punkt-Updates weiter, und das Problem ist immer noch da.
Kurz zu mir: Ich bin kein Gelegenheits-Wechsler
Ich tausche mein iPhone alle zwei Jahre über die Vertragsverlängerung – iPhone 12, iPhone 14, iPhone 16 Pro Max. Drei Geräte, drei Generationen, jeweils dasselbe Muster: Ein bis zwei Jahre nutzen, vergleichen, weiterziehen. Ich kenne also relativ genau, wie sich ein iPhone über die Zeit verhält, was sich von Generation zu Generation tut, und ab wann ein Akku gefühlt „alt“ wirkt.
Und genau deshalb kann ich mit voller Überzeugung sagen: Das iPhone 16 Pro Max war für mich mit Abstand das beste Gerät der ganzen Reihe. Das 120-Hz-OLED-Display ist ein Traum, vor allem im direkten Vergleich zum 60-Hz-Panel des 14ers. Die Kamera macht Aufnahmen, bei denen ich beim Durchscrollen manchmal einfach hängen bleibe, weil ich nicht glauben kann, dass das aus einem Hosentaschen-Gerät kommt. Es ist schnell, wertig, das Titan-Gehäuse fühlt sich an wie ein Werkzeug, kein Lifestyle-Accessoire.
Aber das eigentliche Killer-Feature, der Grund, warum ich dieses Gerät über alle anderen geliebt habe, war der Akku.
Das war der Akku-Standard, an den ich mich gewöhnt hatte
Ich rede nicht von „kommt durch den Tag, wenn man sparsam ist“. Ich rede von 1,5 Arbeitstagen ohne Nachladen. Eierlegende Wollmilchsau in der Hosentasche. Wenn ich morgens um 7:30 Uhr mit 100 % aus dem Haus ging, hatte ich abends um 22:00 Uhr noch 35–45 % – bei normaler Mischnutzung mit Anrufen, Mails, Slack, ein paar Fotos, etwas Navigation, gelegentlich YouTube. Es war absurd entspannt.
Ich hatte aufgehört, über Akku nachzudenken. Powerbank? Lag irgendwo zu Hause in einer Schublade. Ladekabel im Auto? Eingerollt, ungenutzt. „Reicht der Akku noch bis heute Abend?“ – diese Frage habe ich seit dem Wechsel auf das 16 Pro Max nicht ein einziges Mal gestellt. Genau diese Verlässlichkeit war das, was es zum perfekten Werkzeug gemacht hat.
Dann kam iOS 26
Update gemacht – mit Vorfreude, wie immer. Liquid Glass, neue Animationen, neues Optik-Konzept. Und ja, es sieht wirklich hübsch aus. Apple hat sich da Gedanken gemacht. Aber dann kam der erste richtige Tag „in freier Wildbahn“:
- 7:30 Uhr: iPhone von der Ladeschale, 100 %
- 11:00 Uhr: 65 %. Kurz stutzig geworden, aber okay.
- 14:00 Uhr: 35 %. Innerlich Alarmstufe Gelb.
- 16:00 Uhr: leer. Vorbei. Aus.
Aus 1,5 Tagen wurden plötzlich nicht mal mehr 9 Stunden. Bei identischer Nutzung. Selbe Apps, selbe Telefonate, selbe Wege, selbe Gewohnheiten. Ich habe nichts neu installiert, ich habe meine Routine nicht geändert – ich habe nur ein Software-Update gemacht.
„Warte ein paar Tage“ – habe ich. Hat nichts gebracht.
Das Standardargument liest man überall: Nach einem großen Update indexiert das iPhone im Hintergrund, der Spotlight-Index wird neu aufgebaut, Fotos werden neu analysiert (Objekterkennung, Personen, Orte), Apple Intelligence trainiert vor sich hin, App-Datenbanken werden migriert – das frisst Strom, ist aber nach 48 bis 72 Stunden vorbei. Apple selbst kommuniziert das mittlerweile aktiv im Battery-Insight unter „Ongoing iOS Update“. Klingt erstmal plausibel und ich habe das gerne geglaubt.
Nur: Bei mir ist es nicht nach drei Tagen weg. Nicht nach einer Woche. Nicht nach zwei. Es bleibt. Stoisch. Konstant. Reproduzierbar. Und das ist der Punkt, an dem ich vom „Bug, der sich legt“ zum „strukturellen Problem“ umgeschwenkt bin.
Ich bin nicht der Einzige – und das ist das eigentlich Schockierende
Im ersten Schritt dachte ich: Okay, vielleicht hat mein Gerät einen Macken. Vielleicht ist da im Update irgendetwas durcheinandergeraten. Also habe ich angefangen, im Bekanntenkreis zu fragen. Ergebnis: Jeder mit einem iPhone 16 oder 16 Pro Max hat das gleiche Problem. Ohne Ausnahme. Eltern, Kollegen, Kunden, Freunde. „Ja, ich muss neuerdings auch nachladen.“ „Mein Akku ist nur noch die Hälfte wert.“ „Ich dachte, das liegt an mir.“
Und es ist nicht nur mein Mikrokosmos. Im offiziellen Apple-Forum gibt es einen Thread mit dem nüchternen Titel „iPhone 16 Pro Max hat seit iOS 26 eine verkürzte Akkulaufzeit“ – inzwischen vom Moderationsteam geschlossen, mit hunderten „Gleiche Frage“-Klicks. In den MacRumors-Foren wurde es ähnlich treffend formuliert: „Vor zwei Wochen war das 16 Pro Max das iPhone mit der längsten Akkulaufzeit, das es je gab – jetzt fühlt es sich an wie ein Briefbeschwerer im Schatten des 17 Pro Max.“ Auf Reddit das gleiche Bild, auf Apfelseiten das gleiche Bild.
Und bevor jetzt jemand schreibt „warte einfach auf 26.1“: Wir sind jetzt bei iOS 26.4. Inzwischen melden Nutzer, dass sich die Akkulaufzeit mit jedem Punkt-Update weiter verschlechtert hat. Nicht verbessert. Verschlechtert. Es gibt Berichte von Leuten, die freiwillig auf iOS 26.2 zurückgegangen sind, weil 26.2.1 bei ihnen die Lage noch verschärft hat. Das ist der Punkt, an dem die Erklärung „Hintergrund-Indexierung“ einfach nicht mehr trägt.
Was ich alles probiert habe (Spoiler: hat alles nichts gebracht)
Ich bin ja Webentwickler von Beruf, ich gebe nicht so schnell auf bei sowas. Hier eine ehrliche Liste der Dinge, die ich systematisch durchgegangen bin – inklusive der Sachen, die schon vorher eigentlich „richtig“ eingestellt waren:
- Liquid Glass / Transparenz reduziert
- Animationen reduziert
- Always-on-Display aus
- 5G auf „5G Auto“ (Smart Data)
- Hintergrundaktualisierung der üblichen Verdächtigen aus (Instagram, TikTok, Facebook, etc.)
- Hey Siri abgeschaltet
- Helligkeit runter, Auto-Brightness an
- Apps aktualisiert, Force-Restart, Akku-Insights gecheckt
- Standortdienste durchforstet, alles auf „Beim Verwenden“ gesetzt
- Push-Mail aus, stattdessen Fetch alle 30 Minuten
- Widgets aufgeräumt, Live Activities reduziert
Ergebnis: vielleicht 5–10 % besser. Nicht das, was fehlt. Es fehlen 40–50 % meiner Akkulaufzeit. Da bringt das Abschalten einer Animation einfach nichts.
Und der Brüller: Adaptive Power ist bei mir an. Ladelimit auf 95 %.
Das ist der Punkt, der mich besonders ärgert, deshalb bekommt er einen eigenen Absatz: Apple hat mit iOS 26 eine neue Funktion namens Adaptive Power eingeführt. Die analysiert dein Nutzungsverhalten und reduziert bei Bedarf dezent zum Beispiel die Display-Helligkeit, um die Laufzeit zu verlängern. Das soll laut Apple genau das Problem lösen, das ich hier beschreibe.
Bei mir ist diese Funktion aktiv. Zusätzlich habe ich das Ladelimit auf 95 % gesetzt – also lade ich gar nicht mehr voll, um den Akku langfristig zu schonen, was sich auf die Akkugesundheit positiv auswirkt, aber natürlich auch heißt, dass ich pro Tag schon mal 5 % weniger Reserve habe. Das war im iOS-18-Alltag absolut kein Problem, weil der Puffer ja so groß war. Jetzt? Macht es genau den Unterschied zwischen „kommt gerade so durch den Mittag“ und „bin um 14 Uhr leer“.
Anders gesagt: Ich nutze genau die Bordmittel, die Apple selbst empfiehlt, um Akku zu sparen und langfristig zu schonen – und das Ergebnis ist trotzdem desaströs. Wenn diese Funktionen funktionieren würden, dürfte ich nicht da sein, wo ich bin.
Ein Tipp, der mir später noch begegnet ist
In dem oben erwähnten Apple-Thread hat ein Nutzer den vermutlich heißesten Hinweis gepostet: Nach dem Update auf iOS 26 war bei ihm die Funktion „Beim Zurücklassen benachrichtigen“ (also die „Wo ist mein iPhone?“-Standortverfolgung) plötzlich aktiviert, obwohl sie vorher aus war. Allein dieser Dienst hat bei ihm rund 18 % Akku pro Tag gezogen. Das ist eine Hausnummer.
Findet ihr unter: Einstellungen → [euer Name] → Wo ist? → Mein iPhone suchen → Beim Zurücklassen benachrichtigen. Wenn das bei euch nach dem Update plötzlich aktiv ist, obwohl ihr es nie selbst eingeschaltet habt: Bingo. Macht es aus, beobachtet 24 Stunden, vergleicht.
Und selbst wenn das die Lösung sein sollte (bei mir prüfe ich es gerade), bleibt ein Geschmack: Ein Update, das stillschweigend Privacy- und Energie-Settings zurücksetzt, ohne den Nutzer zu fragen, ist keine harmlose Änderung. Das ist ein Default-Setting, mit dem Apple gerechnet hat – und genau das, was Powernutzer normalerweise abschalten.
Warum mich das so wütend macht
Ein Smartphone ist 2026 kein Lifestyle-Gimmick mehr. Es ist Bahnticket, Bezahlmittel, Hausschlüssel (wenn man Smart Home nutzt), Notrufgerät, Kamera, Navigationssystem und Arbeitsmittel – alles in einem. Wenn dieses Gerät nicht zuverlässig durch den Tag kommt, verliert es seine Kerneigenschaft. Nicht „eine nette Funktion fehlt“, sondern: Das Ding macht den Job, für den ich es habe, nicht mehr.
Ich habe inzwischen tatsächlich mehrfach erlebt, dass mein iPhone unterwegs einfach aus war, weil ich aus alter Gewohnheit ohne Powerbank losgezogen bin. Einmal mitten in einer Reise, wo das digitale Bahnticket im iPhone lag. Einmal mitten in einer Navigation, als ich auf dem Weg zu einem Kundentermin war. Einmal abends, als ich nach Hause wollte und das Auto-Schlüssel-Wallet im Telefon liegt. Das ist nicht „ärgerlich“. Das ist existenziell für jemanden, der das Gerät beruflich nutzt.
Bei einem Gerät für rund 1.500 € ist das kein „Bug, der sich legt“ – das ist ein massiver, faktischer Wertverlust durch ein Software-Update. Ein Hardware-Problem würde Apple unter Garantie reparieren oder ersetzen. Was ist mit einem Software-„Problem“, das exakt denselben Effekt hat? Genau, nichts. Du sitzt da mit einem Premium-Gerät, das seine Kerneigenschaft verloren hat, und der Hersteller zuckt mit den Schultern und schiebt es auf „Hintergrundindexierung“ – seit acht Monaten.
Der unsichtbare Wertverlust, über den niemand redet
Wenn ich mein 16 Pro Max heute verkaufen würde, bekäme ich nominell denselben Preis wie vor dem Update. Auf dem Papier ist nichts passiert. In der Realität ist das Gerät aber 30–40 % weniger alltagstauglich als beim Kauf. Das ist eine Form von Wertverlust, die in keiner Statistik auftaucht – und genau deshalb so perfide. Würde Apple per Update angekündigt die Akkulaufzeit halbieren, gäbe es eine Sammelklage, bevor die Pressemitteilung fertig wäre. Macht Apple es schleichend über mehrere Punkt-Updates hinweg, redet niemand darüber.
Die unbequeme Frage: Absicht oder Schlamperei?
Ich will hier nicht den großen Verschwörungstheoretiker raushängen lassen. Aber kurz mal logisch zu Ende gedacht:
Ich hatte mit dem iPhone 16 Pro Max keinen einzigen Grund mehr, ein iPhone 17, 18 oder 19 zu kaufen. Bildschirm? Genial. Kamera? Mehr als ich brauche. Tempo? Mehr als ich ausreize. Speicher? Üppig. Akku? Der war der Hauptgrund, warum ich überhaupt regelmäßig upgrade. Bei meinem 12er und 14er war der Akku am Ende der zwei Jahre einfach schwach geworden, klassischer Verschleiß, das Standardargument fürs Wechseln. Beim 16 Pro Max gab es diesen Moment einfach nicht – der Akku war nach einem Jahr immer noch kompromisslos gut.
Sobald aber der Akku „nicht mehr reicht“, bin ich wieder im Markt. Weil ich genau auf diesen Aspekt am sensibelsten reagiere. Und genau dieser Akku ist es, der nach dem Update plötzlich nicht mehr reicht. Welch ein Zufall.
Was technisch dafür spricht, dass die 16er-Reihe „mit abrutscht“
Ob das Absicht ist? Ich glaube ehrlich gesagt nicht an aktive Sabotage im Stil von „lasst uns einen Code-Schalter einbauen, der den Akku schlechter macht“. Das wäre zu plump und würde irgendwann ein Whistleblower auspacken. Aber ich glaube sehr wohl, dass auf den älteren Geräten deutlich weniger Energie in eine ordentliche Optimierung geflossen ist als auf den 17ern und dem iPhone Air, wo neue Features wie Adaptive Power serienmäßig aktiv und tief in die Hardware integriert sind.
Liquid Glass mit seinen Echtzeit-Refraktions- und Blur-Effekten ist GPU-intensiv. Apple Intelligence läuft im Hintergrund, auch wenn man die Funktionen kaum nutzt. Die neue Animations-Engine ist aufwendiger als die alte. All das wurde primär für die 17er-Reihe optimiert, die mit ihrem A19-Chip mehr Headroom hat. Auf der 16er-Reihe rennt es zwar – aber halt mit messbar mehr Energieaufwand. Dass dabei die Vorgängergeräte „mit abrutschen“, scheint im Worst-Case-Pricing-Modell ja niemandem wehzutun – außer den Besitzern der Vorgänger.
Es ist im Prinzip die moderne Variante des berühmten „Batterygate“ von 2017, wo Apple bei alten iPhones die CPU drosselte, ohne es zu kommunizieren. Damals zur „Erhaltung der Stabilität bei alternden Akkus“. Diesmal ist es subtiler: Der Akku altert nicht selbst, aber das System, das auf ihm läuft, wird hungriger, ohne dass es einen sichtbaren Mehrwert für den Nutzer gibt. Effekt: identisch.
Was sagt das eigentlich über Apples Qualitätssicherung aus?
Und damit kommen wir zu dem Punkt, der mich – auch unabhängig von der Absichts-Frage – am meisten irritiert. Selbst wenn das alles nur Schlamperei ist, kein böser Wille, kein Marketingkalkül: Apple muss von dem Problem wissen. Es führt einfach kein Weg daran vorbei.
Schauen wir uns die Faktenlage einmal nüchtern an:
- Im offiziellen Apple-Support-Forum gibt es mehrere große Threads zu genau diesem Thema, mit hunderten betroffenen Nutzern. Apple-Mitarbeiter und Community-Spezialisten antworten dort aktiv – sie kennen die Beiträge.
- In den MacRumors-Foren, auf Reddit, in deutschen Apfelseiten, auf englischsprachigen Tech-Blogs: dasselbe Bild. Tausende Berichte, immer dasselbe Modell-Cluster, immer dieselbe Ursache.
- Apple sammelt aus jedem iPhone anonymisierte Telemetrie-Daten zur Akkulaufzeit (sofern aktiviert) – das ist deren Standard-Werkzeug, um Hardware- und Software-Probleme früh zu erkennen. Bei einer Veränderung von 30–40 % über Millionen von Geräten leuchtet jedes Dashboard in Cupertino rot.
- Das Apple-eigene QA-Team testet jede iOS-Version intern auf allen unterstützten iPhone-Modellen, bevor sie freigegeben wird. Ein Akku-Einbruch in dieser Größenordnung kann unmöglich übersehen worden sein.
Anders gesagt: Es gibt kein Szenario, in dem Apple das nicht weiß. Die Daten sind da, die Beschwerden sind da, die internen Tests müssen das gezeigt haben. Das einzige, was offen ist, ist die Frage: Warum tut Apple nichts?
Drei mögliche Erklärungen – und keine ist schmeichelhaft
Variante 1: Sie wissen es und es ist ihnen egal. Solange die Verkaufszahlen der 17er-Reihe stimmen und der durchschnittliche iPhone-Käufer das Problem nur diffus wahrnimmt („mein Handy ist halt langsam müde geworden“), gibt es keinen wirtschaftlichen Druck zu handeln. Im Gegenteil: Der Effekt treibt eher Upgrade-Käufe.
Variante 2: Sie wissen es, aber sie können es nicht ohne weiteres fixen. Liquid Glass und Apple Intelligence sind tief im System verankert und auf die Hardware der 17er-Reihe optimiert. Ein echter Fix für die 16er würde bedeuten, an grundlegenden Architekturentscheidungen zu rühren – also entweder Effekte zurückzunehmen (was niemand will, weil es das Hauptverkaufsargument von iOS 26 war) oder aufwendige modellspezifische Optimierungen nachzuziehen. Beides kostet Zeit und Personal, das gerade in iOS 27 fließt.
Variante 3: Sie haben einen eklatanten QA-Fehler gemacht und kämpfen still im Hintergrund. Die freundlichste Auslegung. Aber selbst die ist eine schlechte Nachricht: Wenn ein Software-Konzern mit Apples Ressourcen über vier Punkt-Updates hinweg ein Akku-Problem dieser Größenordnung nicht in den Griff bekommt, dann läuft in der Qualitätssicherung etwas grundsätzlich schief.
Die unbequeme Wahrheit für die Apple-Marke
Apple hat sich seit Jahren als der Premium-Anbieter positioniert, dessen ganzes Markenversprechen auf Verlässlichkeit, Detailverliebtheit und „it just works“ aufbaut. Genau deshalb zahlen wir die Aufpreise. Genau deshalb akzeptiere ich, dass mein iPhone 16 Pro Max 1.500 € kostet, während ein vergleichbares Android-Gerät bei 800 € liegt. Ich kaufe das Versprechen mit, dass jemand sich darum kümmert, dass das Ding einfach läuft.
Wenn Apple dieses Versprechen nicht mehr einlöst – sei es aus Kalkül, aus Komplexität oder aus Schlamperei – dann ist das ein Vertrauensbruch, dessen langfristiger Schaden für die Marke wahrscheinlich größer ist als die kurzfristigen Mehrumsätze beim iPhone 17. Und genau das ist es, was mich am meisten enttäuscht. Nicht der Bug an sich. Sondern das offensichtliche Schweigen darüber.
Eine ehrliche Kommunikation – „Wir wissen davon, hier ist der Status, hier ist der Fahrplan“ – würde 80 % der Wut, die du gerade hier liest, direkt aus dem Raum nehmen. Stattdessen: Stille. Und genau das macht aus einem Software-Bug einen Image-Schaden.
Was tun? Mein Plan und meine Empfehlung
Ich werde nicht reflexartig ein iPhone 17 oder 18 kaufen, nur weil der Akku eines eigentlich perfekten Geräts plötzlich „kaputt“ wirkt. Das wäre der Eingang in den Hamsterrad-Modus, in dem Apple dich genau haben will. Stattdessen mache ich Folgendes:
- „Beim Zurücklassen benachrichtigen“ und alle Standortdienste systematisch durchgehen, jede App einzeln auf „Beim Verwenden“ stellen
- Battery-Insights über mehrere Tage tracken: Welche App taucht oben auf? Gibt es eine, die auffällig im Hintergrund aktiv ist? (Instagram und Meta-Apps gelten gerade als besonders übel)
- Einmal komplett zurücksetzen ohne iCloud-Restore, sondern als „neues iPhone“ einrichten und Apps einzeln händisch nachinstallieren – nervig, aber das ist die einzige saubere Methode, um App-bezogene Probleme von OS-Problemen zu trennen
- iOS 26.x weiter beobachten – wenn 26.5 oder 27 hier nicht massiv nachbessert, gibt es nur noch zwei Optionen: dauerhaft mit Powerbank leben oder zähneknirschend wechseln
- AppleCare+ konsequent ausnutzen: Apple-Support anrufen, das Problem dokumentieren, einen Diagnoselauf machen lassen. Selbst wenn das nichts ändert – jeder dokumentierte Fall hilft, dass das Thema nicht totgeschwiegen wird
Bis dahin liegt eine Powerbank in der Tasche. Bei einem 1.500-€-Smartphone. Im Jahr 2026. Ich finde, das gehört auf den Tisch.
Was ich anderen 16er-Besitzern raten würde
Wenn ihr genauso betroffen seid: Macht euch nicht verrückt mit „liegt es vielleicht doch an mir?“ Es liegt nicht an euch. Es liegt nicht an einer kaputten App, nicht an einem schlechten Akku-Zustand, nicht an „zu hoher Helligkeit“. Es ist ein systemisches Problem, das offensichtlich Tausende, wahrscheinlich Hunderttausende von Geräten betrifft. Apple weiß davon. Die offenen Threads im offiziellen Forum sind nicht zu übersehen. Sie haben bisher nur entschieden, es nicht offensiv zu addressieren.
Das einzige, was hier hilft, ist Druck. Apple-Support anrufen, Feedback in Settings → Feedback hinterlassen, in Foren posten, Bewertungen schreiben. Wenn das Thema laut genug wird, kommt vielleicht ein 26.5-Update mit echter Optimierung – und nicht nur ein weiterer Rechtfertigungs-Artikel auf der Apple-Support-Seite, in dem steht, man solle „Auto-Brightness aktivieren und ein paar Tage warten“.
Eure Erfahrungen?
Mich interessiert das wirklich – und ich glaube, das ist viel größer, als die Tech-Berichterstattung gerade abbildet:
- Habt ihr nach iOS 26 auch massive Akku-Einbrüche – und auf welchem Modell?
- Wie schlägt sich das iPhone 17 / 17 Pro / Air im Alltag mit iOS 26?
- Hat jemand mit einem älteren iPhone (15, 14, 13) das Gegenteil – also keine Probleme?
- Hat jemand das Reset-as-new wirklich gemacht und es hat etwas gebracht?
- Hat jemand inzwischen mit iOS 26.4 eine spürbare Verbesserung erlebt?
- Welche App war bei euch im Battery-Insight ganz oben?
Schreibt es in die Kommentare. Je mehr Datenpunkte hier zusammenkommen, desto klarer wird, ob das ein Bug ist, der mit iOS 26.5 oder iOS 27 verschwindet – oder ob hier still und leise ein eigentlich perfektes Gerät kaputt-„geupdatet“ wurde. Wir haben hier den seltenen Fall, dass die Community mehr Klarheit liefern kann als die offizielle Berichterstattung – nutzen wir das.
Bis dahin: Powerbank nicht vergessen. 🔋
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